Künstler: Unbekannt
Marker: Renaissancehaus in der Stresemannstraße 3
Ort: Stresemannstraße 3, Trier
Status: Gefährdet

In einem zunehmend erbärmlichen Zustand befindet sich das denkmalgeschützte Renaissancehaus in der Stresemannstraße 3: Seit Jahren gammelt dieses einzige noch verbliebene historische Gebäude, „Haus zum Turm“ genannt, in der im Kriegsjahr 1944 als Brandschneise entstandenen Stresemannstraße vor sich hin (Abb. 1–3). Ein Trauerspiel ohne Ende (s. die Berichte zum gleichen Thema unter der Rubrik „GEFÄHRDET“ im NTJ 2015, S. 271, im NTJ 2016, S. 248 und im NTJ 2017, S. 243). Als rares Beispiel der Baukultur der Renaissance in Trier diente das etwa zwischen 1500 und 1700 entstandene (der Fachwerkaufbau des Turmes stammt aus dem 19. Jahrhundert) historisch und architektonisch wertvolle Haus als Rückgebäude der mittlerweile abgebrochenen Wolff‘schen Apotheke.

Leider schreitet die Zerstörung seiner Bausubstanz weiter voran: Tiefe Risse zeigen sich in der Wand und dem Türsturz, dessen Steinrelief immer mehr verwittert (die zehn Jahre auseinander liegenden Bilder in Abb. 3 zeigen den fortschreitenden Verfall am Beispiel des Türsturzreliefs). Zu alledem verunstalten nun auch noch Graffiti-Schmierfinken die Außenwände. Der luxemburgische Eigentümer kümmert sich entgegen dem Leitsatz „Eigentum verpflichtet“ um gar nichts. Auch wiederholte Eingaben der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde und des DA hatten keine Wirkung. Hier muss nun endlich etwas geschehen, damit nicht ein weiteres architektonisches Kleinod in Triers Altstadt fällt. Das geltende rheinland-pfälzische Denkmalschutzgesetz gäbe durchaus rechtliche Handhabe, den Eigentümer zur Pflege des Gebäudes zu verpflichten. Falls nichts hilft, könnte man zum letzten Mittel greifen: Die Enteignung. Das Thüringer Kulturministerium hat uns vor zwei Jahren ein solches Vorgehen das Friedrichrodaer Schloss Reinhardsbrunn betreffend vorexerziert. Doch unsere Landesregierung hat vermutlich nicht vor, etwaigen Investoren und Bauherren mit diesem scharfen Schwert vor den Kopf zu stoßen. Der Denkmalschutz hat in Mainz leider keine Lobby. Dass unsere Ministerpräsidentin eine Triererin ist, hat uns auch diesbezüglich bislang keinen Nutzen gebracht.

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